U-Ville

: refrain

Er ist nur ein Mensch

er hat keinen Schimmer

nichts ist los und passiert

so ist das hier immer

 

: roman in serie

Neun Romane / Die Miss Lingen – Tripple-Trilogie:

Miss Lingen im Rampenlicht; Miss Lingens Listen; Miss Lingen ohne Fehl und Tadel; Miss Lingen in geheimer Mission; Miss Lingen und der Tag danach; Miss Lingen ausser Rand und Band; Miss Lingen und der frische Start; Missing Miss Lingen; Miss Lingen an der frischen Luft.

Insgesamt 17 Zeilen. Wien Mitte, 2012.

: high cue

Nach Charmekaskaden

Kamen die Dramaschwaden

Karmaschaden bleibt

 

 

: No Mischmach on my watch

Psychologisch-philosophischer Mischmach fürn Arsch! Son Dreck brauch ich nicht in meiner Suppe, bzw in meinem Film, den ich über diese Suppe mache (der Film heisst „Meine Suppe“ und ich schreibe noch am Drehbuch), aber nicht mit sonem Kram, komm mir nicht mit sonem Schund, dafür hab ich kein Budget, da fehlen mir komplett die Mittel für so versiert pseudoelaborierten Scheisskram.

 

: 5

Klassischer Sonntag, war soeben 5 Minuten ausser Haus. Es spricht einiges dafür, dass ich mich in Wien befinde, andererseits begegnete mir im Stiegenhaus eine Horde von mindestens 20 Indern in traditioneller indischer Kleidung, alle auf dem Weg zu meinen folklore-liebenden und lebenden Nachbarn: der ganze zweite Stock ein anderer Kontinent. Der heute mal wieder besonders gut riecht, die indischen Schwaden bis auf die Strasse. Nur einhundert Meter Fussweg bis zu meiner Greisslerin, gerade vor mir wankt ein sehr alter Hamburger Kapitän in den Laden.

Die ersten Worte „Zwei Liter Milch!“ entlarven den weissbärtigen Herrn in der blauen Kapitänsjacke allerdings als Holländer, der ausser Milch noch Käse und Schinken zu erwerben gedenkt und alles ganz genau wissen will, was sich mit seiner Schwerhörigkeit nur leidlich verträgt. Meine ca. 80 Jahre alte Greisslerin und Kapitän Schon-Lange-a.D. brüllen sich über die Theke hinweg an, und ich schwanke zwischen Ungeduld und dem nerdigen Wunsch nach einer Aufnahmemöglichkeit zwecks späterer Veröffentlichung im Internetz.

Austausch ist Jazz.

Käpt´n Ichhörwohlnichtrichtig findet die Preise gesalzen, und den Schinken zu fett: er müsse nämlich auf seine Linie achten. Er streckt mir, dem bis jetzt unbeteiligten Beobachter, zu Verdeutlichung seinen nicht sonderlich beeindruckenden Bauch entgegen. Ich stimme ihm zu, zeige auf meinen Bauch. Die Greisslerin entscheidet sich nun, mich vorab zu bedienen, was schade ist, ich wäre doch gerne bis zum Ende geblieben. Immerhin komme ich dadurch noch ins Gespräch mit dem alten Seebär, er übt laute Kritik an meinem Einkauf, und bricht eine Lanze für Milch: ein Mann sollte mindestens einen Liter Milch pro Tag trinken. Er wäre bereits achtundachtzig Jahre alt, look at me, Milch sei dank. Ich ziehe meinen Hut und verspreche, seinen Rat zu beherzigen.

Ich habe tatsächlich Respekt vor dem alten Sack. Er wackelt zwar mit jedem Schritt, als wäre er auf hoher See, und der Wellengang heute: niet zo lekker. Doch Weisheit hin oder her: zu erzählen hat Kapitän Milchbart sicher einiges. Und wer weiss wie lange noch?

Ich mache den Vorschlag, Kontaktdaten zu tauschen. Aktion Jugend zeigt Interesse. Er weiss leider nur seine halbe Adresse auswendig, und ich schreibe meine Telefonnummer auf eine seiner Milchpackungen.

(...)

: via google bilder suche

: so

Weit entfernt davon, mit einem Momentum auf die Reise zu gehen. Reisen gehen. Wandern. Schwitzend, schwafelnd, schweifend, so sollst du gehen. Wie geht es dir? Ich gehe noch. Noch nicht kaputt, was will man mehr? Man geht mal vor, meist nach oder zurück, mal schwebt man mal fällt man. Es geht, es geht. Es muss ja. Sgehtnoch. Sgehtdoch! So.

 

 

: Schwurbel

Erinnert sich noch jemand an Geschwurbel? Schwurbeln war vor ein paar Jahren der letzte Schrei, heutzutage pfeift danach kein Schwein.

Nachdenken ausblenden; vordenken gerne. Halbautomatisches Schlendern durch zerebrale Seitengassen. Schwurbeln: immer lustvoll und stets dem Wandel zugeneigt, bereit, sich zu weit hinaus zu lehnen oder auch mal eine Tür von innen einzutreten. Wenn der Schwurbel kommt, dann kommt er. Aber reinlassen muss man ihn, und herzhaft bewirten, mit grosszügig gleichmütigem Habitus.

Hohes Niveau ist nur hinderlich und ausschliessend: Darunter kann ich mir nichts vorstellen. Schwurbel mit Niveau ist wie Schnitzel mit Sauce. Die knusprige Panier in Tunke tauchen und dadurch in aller Manier entwerten: Das müssen Barbaren sein! Schmocks! Nur für Taugenichtse und Tunichtgutse mit Charakter-Aids kommt derlei in Frage.

 


 

: i youtube you decide V

: Schwarzaus

   Ich vergleiche mich weniger mit Anderen als mit den Möglichkeiten meines Selbst. Mit den Erinnerungen an hochkonzentrierte Zeiten, an besondere Momente. Dagegen abzustinken, das macht zu schaffen und gibt zu denken. Wenn ich doch weiss, wozu mein Gehirn, meine Konstitution, wozu mein System fähig ist, wie kann mir der reguläre Status Quo nicht nur als hämische Karikatur erscheinen. Wer einmal die gute Championsleagueluft geschnuppert hat, kann freilich auch glücklich werden in der Bezirksliga West Mitte, aber ist das meines Erachtens um nichts wahrscheinlicher als ein vom Wind begünstigter Tausend-Gulden-Schuss aus der eigenen Hälfte ins Gegnerische Gehäuse ohne Schwarzaus des Hüters desselbigen.

 

Ein Schwarzaus ist ein Schwarzaus nur in einer Dimension. Wenn einem in dieser Seinswahrnehmungsblase ein Schwarzaus attestiert wird, erhält man simultan auf der übernächstliegenden Ebene möglicherweise einen Nobelpreis für die erste erfolgreiche Zerrstäubung übersinnlicher Eigenschaftspartikel.

 

Alles andere steht auf anderen Blättern und mitunter wackeligen Beinen.

 

: obama!

1930 wurde von dem Eugeniker Walter Plecker die Eintropfenregel eingeführt. Laut der Eintropfenregel galt jeder mit einem schwarzen Vorfahren - „einem Tropfen schwarzen Blutes“ - als Schwarzer. Dieser auf eugenischen, rassistischen Theorien aufbauende Grundsatz ging in den 1930er Jahren in die Gesetzgebung ein und verbreitete sich im allgemeinen Bewusstsein der Bevölkerung. Infolgedessen wurden Mulatten ab 1930 im Zensus nicht mehr aufgeführt.

(Wiki)

: i youtube you decide ///

: i youtube you decide //

: i youtube you decide /

: i youtube, you decide

: 03

: corpuscles of culture

i have nothing.

 

: leider nein

Malheur ist geschehen. Viele Protestwähler, so hört man. Dass angeblich beinahe 90 Prozent gegen ihre eigenen Interessen gewählt haben. Aus Protest.

Dieses Land ist es nicht. Aber was beklag ich mich, ich leb mit meinesgleichen ja so lala im grünliberalkommunistischen Ghetto dieser insgesamt derbe verkorksten Verwaltungsuntereinheit.

We are so fucked. Over&Out.

 

: x

Staatsbürgerpflicht erster Teil erfüllt, mit WahlkampfhelferInnen der zwei wählbaren Parteien gesprochen. Warum ihr, und nicht die anderen? Weil die anderen es nicht schaffen, meint ein grün gekleidetes Van der Bellen Girl. Die lägen in den Umfragen bei nur einem Prozent. (Korrekt: bei 4 Prozent) Gezielte Desinformation bereits im ersten Satz... ob nun offizielles wording aus der Parteizentrale oder perönliche Blödheit: spricht mich nicht an.

Den adretten LIF Mädels ist die Frage zu kompliziert. Sie seien eigentlich nur zum Verteilen da, wissen noch nicht mal den Namen des 5 Meter entfernt wahlkämpfenden Herrn. Ein engagierter junger Liberaler leistet dann ehrlich bemühte Überzeugungsarbeit, aber an erster Stelle stehen auch hier wahltaktische Überlegungen der Art: Wenn du nicht willst, dass die mit denen, dann wähl uns; Es wird knapp, jede Stimme zählt. Ausserdem Schlagworte und Slogans: für Fairness, gegen grauslige Sachen. Viel Luft, aber die Frage war auch nicht gerade inhaltlich konkreter Natur. Null zu minus Eins für das Liberale Forum. Es bleibt dabei:

: 28.9.08

An diesem Tag geschieht Malheur.